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Simone Claß on

2 months ago
16.11.2011
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16.11.2011
2 months ago Es ist vollbracht. Schön war's!!
15.11.2011
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2 months ago Lange nichts gebloggt. Endlich wieder, und mit wirklich wichtigen Themen!!
12.11.2011
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4 months ago
13.09.2011
13.09.2011

Sehr interessante Diskussion: Der agnostische fehlschluss oder warum richard dawkins irrt
Hier habe ich mal folgenden Kommentar abgegeben. Die Diskussion finde ich wirklich interessant, allerdings etwas praxisfern (was die Philosophie wohl häufig so an sich hat)…
Meine Ausführungen lassen sich vermutlich auch außerhalb des Kontexts verstehen, wenn man eine Ahnung davon hat, was Agnostizismus bedeutet… (ich musste das auch erst lernen und bin mir immernoch nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe) …
Zitat-Anfang Kommentar:
Wie jetzt? Verstehe ich es richtig, dass ein Agnostiker alles, was nicht in seinem Erfahrungshorizont liegt, als prinzipiell möglich erachtet? Es sei denn, es wurde bereits widerlegt? Ja Wahnsinn, das eröffnet einem ja völlig neue Möglichkeiten, nämlich quasi potenziell alles zu glauben, vielleicht sogar alle Weltreligionen gleichzeitig für existent zu halten. Möglicherweise! Wenn die Götter sich nur gut genug miteinander vertragen.
(CAVE: Meine philosophische Vorbildung hält sich in Grenzen! Dennoch fühle ich mich der Diskussion “gewachsen”.)
Ich habe Jahre gebraucht, um mich von einem katholisch definierten Gott (ist der jetzt eigentlich widerlegt?) endgültig zu distanzieren, der mir als Kind eingebläut wurde. Heute sehe ich wirklich gar keine Anhaltspunkte mehr FÜR einen solchen Gott, und die Beweislast liegt m.E. natürlich eindeutig bei den Theisten! So ist es doch auch vor Gericht: In dubio pro reo! Derjenige, der eine Tatsache (und nicht eine Nicht-Tatsache) behauptet, muss schlüssige Belege vorweisen, und nicht der Verdächtige, der alles (= Nicht-Tatsache) bestreitet. Dieses Verfahren halte ich auch irgendwie für vernünftig…
Ich finde es persönlich sehr befreiend, nicht mehr von einem Gott ausgehen zu müssen, der vielleicht irgendetwas von mir will. Andererseits beschäftigt mich natürlich die Frage nach dem Tod (oder besser: vor dem Tod) in einer anderen Art und Weise, da mir keine phantastischen Vorstellungen vom Paradies mehr vor Augen schweben … Schade eigentlich!
Für mich ist die wirklich interessante Frage: Was sind denn die praktischen Konsequenzen? Was bringt es mir oder einer Gesellschaft, im agnostischen Sinne einen Gott für grundsätzlich möglich zu halten? Vielleicht einfach nur unbegrenzte Toleranz gegenüber allem, was sich vorerst einfach mal postulieren lässt? Das ist ja auch nicht ganz sinnlos: Besser, innerhalb einer Gesellschaft gibt es zu viel Toleranz als zu wenig, das hat uns die Geschichte ja an verschiedenen Stellen gelehrt… So gesehen lebe ich lieber in einer Gesellschafter voller toleranter Agnostiker oder Theisten, die tolerant alle Möglichkeiten für möglich halten, als unter strikten Atheisten und Logikern (?), die nur das für bare Münze nehmen, was sich als Wirklichkeit oder wenigstens als sinnvoll herauskristallisiert. Auch wenn ich gerne unter den einen lebe, zähle ich mich eher zu den anderen …
Eine zufriedenstellende, bewiesene Antwort zum Thema “Gibt es einen Gott?” werde ich in den nächsten, sagen wir 60, Jahren bis zu meinem voraussichtlichen Dahinscheiden eh’ nicht erhalten. Was soll also die ganze Spekulation? Welche Konsequenzen hat das für mein Leben?
Ist der Agnostizismus vielleicht nicht einfach nur eine spirituelle Hintertür? Frei nach dem Motto: Wenn ich einen (den?) Gott für nicht gänzlich unmöglich halte, lässt er mich vielleicht doch in den Himmel?
Ich kann diese Haltung nicht nachvollziehen, respektiere aber natürlich alle ganz artig tolerant, die diese Haltung vertreten.
Ansonsten: Hut ab! Schöne Diskussion hier. Das gefällt mir sehr!
Zitat-Ende.
Weil ich es aber wirklich cool finde, wenn im WWW über so existenzielle Fragen diskutiert wird, erweiter ich doch gleich mal meinen/mein (der/die/das?) Blogroll um den astrodicticum-simplex.
Nachtrag 13.12.09: Die Diskussion ging noch viel weiter. Ich wurde einerseits verbal abgewatscht (weil ich möglicherweise nicht redlich intellektuell genug – oder war es intellektuell redlich ? – mit dem Thema umgehen könne) aber auch sehr freundlich aufgeklärt und belehrt. War schön! Aber “echtes Leben” außerhalb der theoretischen Gedankengebäude ist schöner …
Zum Thema Agnostizismus lag mir noch rein assoziativ die ganze Zeit auf der Zunge (aber das konnte ich doch drüben nicht sagen!):
“Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!” (Sorry, liebe Agnostiker, ich mein’s nicht so, bin doch im Grunde meines Herzens auch eine von Euch!)
sowie
“Nicht ist unmöglich … Toyota!”
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