Wissenschaft für jeden: Wie funktioniert eigentlich ein Einlauf?

Einlauf

Nun will ich Euch aber nicht länger auf die Folter spannen. Jetzt geht’s ans Eingelaufene!

Material: Wie bereits gesagt, gehören viele anständige Einläufe zu einem anständigen Fasten einfach dazu. Sonst kommt es zu unschönen Ablagerungen im Darm oder gar zu Hungergefühlen, die ja nun wirklich niemand brauchen kann. Für einen Einlauf benötigt man ein spezielles “Gerät”, das im Fachjargon Irrigator genannt wird. Dieses Gerät besteht aus einem Plastikgefäß, das etwa einen Liter Flüssigkeit fasst. Es hat unten einen kleinen Auslassstutzen, auf den ein Schlauch gesteckt wird. Am Ende des Schlauches steckt ein Adapter mit einem Hahn, der mit den beiden Positionen AUF und ZU seine Funktionalität entfaltet. Auf den Verschlusshahn schraubt oder steckt man dann das so genannte Darmrohr. Handelsübliche Irrigatoren werden allerdings nur mit einem sehr kurzen (etwa 15-20 cm), starren und relativ dicken Darmrohr geliefert. Im Sanitätsfachhandel (oder von Aloisia) erhält man aber etwa 40 cm lange flexible dünne Kunststoffrohre, die viel besser für unsere Zwecke geeignet sind.

Vorbereitung: Zunächst füllt man etwa einen Liter lauwarmes Wasser in das Gefäß (kalt geht auch – brrrr – soll sogar besser wirken). Man benötigt eine Vorrichtung, wie z.B. einen Haken, mit der man den Becher mindestens türklinkenhoch aufhängen kann. Je höher desto besser, wegen der Schwerkraft, klar. Aber zu hoch darf das Ding nicht hängen, weil der Schlauch sonst zu kurz wird, auch klar. Nun lässt man über den Praktischen AUF-ZU-Hahn gerade so viel Wasser aus dem Eimer in z.B. die Badewanne ab, bis sich keine Luftblasen mehr im Schlauch befinden. Wir wollen ja keine künstlichen Pupse erzeugen… Dann kann es fast losgehen. Damit es besser flutscht sollte man allerdings unbedingt noch das Darmrohr mit Vaseline (oder Handcreme) einfetten und den eigenen Anus auch.

Durchführung: Nun geht es in die Grundpositition. Man kniet sich auf den Boden und stützt die Hände vorne ab. Dabei wählt man seine Position so, dass der Schlauch des Irrigators mit dem Popo noch bequem zu erreichen ist. Angeblich kann man sich bei der Prozedur auch auf die linke Seiten legen, das habe ich allerdings noch nie probiert. Nun führt man ganz langsam das lange flexible Darmrohr in selbigen ein. Wenn es mal nicht weitergeht, dann liegt das wahrscheinlich an einer Darmkurve. In diesem Fall zieht man das Rohr nur ein kleines bisschen zurück und meistens geht es dann weiter. Wenn das Darmrohr bis zum Anschlag eingeführt ist, heißt es “Wasser marsch!”. Der praktische Hahn wird in die AUF-Position gestellt und die Schwerkraft erledigt ihr Übriges. Das Wasser fließt in den Darm, und zwar ziemlich rasch. Dabei ist es sinnvoll, in der knienden Position seinen Oberkörper nach unten zu verlagern, so dass der Po den höchsten Punkt einnimmt. Den Bauch schön locker lassen, dann kann das Wasser locker fluffig die Windungen des Darms umspülen. Wenn das Irrigatorgefäß glucksende Geräusche macht, heißt das meistens, dass es leer ist und sämtliches Wasser an Ort und Stelle platziert wurde. Nun schließt man wieder den Hahn, zieht das Darmrohr langsam heraus und freut sich, dass der einfache Teil des Ganzen erledigt ist.
Jetzt geht es nämlich erst los! Die Kunst des Einlaufs ist ja nicht etwa, das Wasser zu applizieren, sondern es bei sich zu behalten (wie beim Abnehmen nur andersrum – versteht die Analogie einer?). Geübte Einlauf-Praktizierer berichten von 30-minütigen “Haltephasen”, also mir ist das noch nie gelungen…. Aber natürlich gibt es ein paar Tricks, mit denen man die Darmentleerung etwas verzögern kann:
- Auf den Rücken legen – hilft m.E. nicht gut
- indische Brücke (Rückwärtsbrücke) – erinnert mich zu sehr an meine fruchtlosen Bemühungen, meine Tochter im Mutterleib zum Rumdrehen zu bewegen
- Auf dem Boden mit angezogenen Beinen von links nach rechts wälzen – das verteilt das Wasser ganz gut im Darm
- Schulterstand (für die nicht Yogis: mit den Füßen an der Wand abstützen bzw. “Kerze” machen) – sieht am bescheuertsten aus, ist aber – aus eigener Erfahrung – am erfolgreichsten

Ergebnis: Nachdem man sich also mit diesen diversen Strategien möglichst lange und möglichst ohne Zuschauer vollkommen lächerlich gemacht hat, ist hoffentlich genug Zeit vergangen, um die bösen Darmrückstände bis in die hintersten Darmwinkel zu lösen. Der Rest ergibt sich dann zwangsläufig und ist normalerweise innerhalb von 10 Minuten erledigt. I spare you the details …

Wichtig ist, was hinten raus kommt!

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