Mein Training geht nicht voran, weil ich krank war, kurz gesund, im verlängerten Wochenende, wieder krank – kein Training. Ich erlebe keine lustigen Geschichten, habe keine Lust auf Wörter mit “äh” oder “los” oder “ung” am Anfang, am Ende oder in der Mitte und überhaupt h”äh”nge ich gerade durch. BL”ÄH”D! Ich bin frustriert! Blogmäßig …
Ich könnte mal wieder den Kackblog mit seinen lustigen News zu fäkalen Themen besuchen (oh NO! Der Kackblog macht DICHT!!!) oder mich auf SPON zu absurden Themen des Weltgeschehens informieren.
Vielleicht mal aus dem Kopf die Nachricht (aber ohne Link), die mich in den letzten Tagen am meisten bewegt hat:
Ein Mann aus Kassel (0der Hannover? diese beiden Städte sind für mich äquivalent, ist auch egal wo, aber es war good old G. und nicht U. S. and A., wo ALLES möglich ist) hat seine beiden Söhne ( 3 + 5 Jahre alt) mit einer Eisenstange erschlagen, vermutlich um zu verhindern, dass seine von ihm getrennte Frau die Kinder “bekommt”. Anschließend legt der Mann sich auf die Gleise …
Mich faszinieren immer wieder Delikte, bei denen offenbar die fundamentalsten Hemmschwellen überwunden werden. Delikte, bei denen grundlegende menschliche Verhaltensweisen und instinktive Normen, die den Fortbestand der eigenen Gene sichern, übergangen werden. Wie kann man sein eigen Fleisch und Blut töten, um jemandem zu schaden, den man hasst? Dem man das nicht “überlassen” will, was man selber am meisten liebt? Ich frage mich immer, was für Mechanismen da in Gang gesetzt werden, wenn Menschen Menschen töten, die sie lieben, die unschuldig sind, so unschuldig halt, wie 3- und 5-jährige Kinder eben sind. Mensche, die 50 % der eigenen Gene tragen. Menschen, die das Ergebnis einer möglicherweise ehemals großen Liebe sind. Menschen, die keine Ahnung vom Bösen haben. Menschen, die niemandem mehr vertrauen, als den eigenen Eltern. Was geht in einem Vater vor, der mit einer Eisenstange auf seine Söhne im Kleinkindalter eindrischt? Das geht doch gar nicht! (denke ich) – und weil ich weiß, dass das doch geht, weil es passiert, bekomme ich manchmal Angst. Angst vor der Unberechenbarkeit der Menschen. Angst vor meiner eigenen Unberechenbarkeit. Der Mann, der seine kleinen Söhnen erschlagen hat – hätte er ein Jahr vor der Tat gedacht, dass er zu so etwas in der Lage sein würde?
Wer weiß eigentlich überhaupt, wozu er selbst in der Lage ist?
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3 Kommentare
Oha, schwere Worte und schwere Gedanken, die Dich da beschäftigen.
Themenwechsel: Ja, wir haben den Kackblog dicht gemacht. Schlimm? Für uns nicht sooo sehr. Wir haben jetzt wesentlich mehr Freizeit. Echt, das ist unglaublich.
Man nennt das auch “erweiterter Suizid” . Ich denke, man darf in solchen Fällen keine “normalen” Maßstäbe anlegen. Möglicherweise würde dieser Mann heute auch völlig anders denken, wenn irgendetwas ihn von der Tat abgehalten hätte.
Ich habe mal gelesen, dass die meisten Selbstmörder noch während des Tötungsvorganges selbigen bereuen. Oft wollen sie nicht einmal zwingend sterben, nur nicht so wie bisher weiterleben. Dann ein Blackout im unpassenden Moment – normal geht eben anders. Mich fasziniert, wie sehr wir von lausigen Stoffwechselvorgängen im Gehirn gesteuert werden.
Natürlich hat der Typ völlig außerhalb “normaler Maßstäbe” gehandelt, zum Glück! Aber ich frage mich schon, was da im Kopf alles aussetzen muss, damit ein Mensch dazu in der Lage ist, seine kleinen Kinder totzuschlagen … Ich würde die Möglichkeit eines solchen Handelns für mich gerne ausschließen. (Aber kann ich das?)
Jaja, die lausigen Stoffwechselvorgänge im Gehirn, die uns vorgaukeln, wir hätten noch irgendetwas von Bedeutung in der Hand – oder im Kopf…
Mit so ‘ner Einstellung (der ich leider auch tendenziell anhänge) kann man sich eigentlich gleich die Kugel geben. Und die “Reue” kurz vor dem erfolgreichen (oder eher nicht erfolgreichen) Suizid ist dann doch nur reiner animalischer, stoffwechselgesteuerter Überlebenstrieb, dem man nicht so viel Bedeutung beimessen sollte, oder? (Im Prinzip verliert bei so einer Einstellung ALLES an Bedeutung!)
Aber wir machen mal besser weiter wie immer und vermitteln unseren Kindern, dass sie wunderbare, selbstbestimmte Wesen mit Verantwortung und einem freien Willen in einer schönen, lebenswerten Welt mit einer großartigen Zukunft sind.