Fasten(wandern) Reloaded Tag 1: Es ist angerichtet!

Nein, ich bin noch nicht beim Fastenwandern, aber schon beim Fasten. Nach zwei Reistagen habe ich gestern Abend geglaubert. Die diesjährige Rezeptur: 40 g Glaubersalz auf 750 ml Wasser fein abgeschmeckt mit dem Saft einer Zitrone. Lecker! Als ich das Pulver gekauft habe, fragte mich der Apotheker, ob ich wüsste, wie das schmeckt. Lachend bejahte ich, wohlwissend, dass er mir nur eine viel teurere und nur wenig wohlschmeckendere Variante von Abführpulver verkaufen wollte. Das Zeug hat auf jeden Fall gut geholfen und jetzt bin ich leer!
Heute morgen bin ich noch halbwegs warm aufgewacht, es ging mir prima. Ich habe mich dann auch gleich auf die mit frischen Batterien bestückte Waage getraut und sah in etwa das, was ich erwartet hatte zu sehen. Ich bin gespannt, wieviele Kilos ich diesmal verlieren werde. Aber das ist nicht die Hauptsache beim Fasten …

Meinen Tag begonnen habe ich kulinarischerseits mit einem Teelöffel in Wasser aufgelöster Heilerde, einem Tässchen schwarzen Tee mit einem halben Löffel Honig für den Kreislauf (der am Morgen allerdings noch ganz gut war) und den obligatorisch „in Stille“ zu löffelnden Fruchtsaft mit ein paar Körnern Leinsamen. Letzteren habe ich allerdings erst recht spät verzehrt. Von Tee und Heilerde war ich noch so satt … Am frühen Nachmittag habe ich mir meine erste Gemüsebrühe gekocht. 2 Möhren, 2 rote Beete, 2 Kartöffelchen in einem guten Liter Wasser mit einem Teelöffel Gemüsebrühenpulver gekocht, das Gemüse rausgenommen und nur einen winzigen verbliebenen Rest in der Suppe pürriert. Anschließend habe ich das Ganze abgeschmeckt mit Pfeffer, Muskat und einen Tick zu viel Chilipulver. Aaaaargh! Aber hat gut heiß gemacht, die Brühe.

Jetzt vegetiere ich ein wenig vor mich hin. Das Kind ist heute in der KiTa, der Mann mit dem Auto in der Werkstatt. Ein Mittagsschläfchen hat nicht funktioniert, weil mir so kalt war. Sport wäre jetzt gut. Crosstrainer? Das sollte ich mir mal überlegen. Mein Kopf drückt ein wenig, ob das der erste Anflug der Stoffwechselumstellung ist? Vor allem der Kopf – also das Gehirn – muss ja ziemlich schnell damit zurecht kommen, von Ketonkörpern statt von Glucose zu leben. Das kann schon mal Kopfschmerzen geben. Mir ist kalt und ein wenig schummerig. Wäre ich schon im Schwarzwald, hätte ich bereits eine 4-stündige Wanderung hinter mir und könnte sehr stolz auf mich sein. Hier habe ich immerhin meine Schneekrallen, die zum Glück gestern noch geliefert wurden, ausprobiert und bin damit erfolgreich einen Hügel hinab und wieder hinauf gelaufen. Es handelt sich um Kunststoffriemen mit eingelassenen Metall-Spikes, die man sich unter die Schuhsohle schnallen kann um einen besseren Halt auf vereistem Gelände zu haben. Diese Dinger sollen beim Wandern im Schwarzwald meine Lebensversicherung sein. Beim letzten Mal hatte ich bei diversen steilen Aufstiegen Todesangst und die Befürchtung, neben den üblichen Schlacken und Giften (die es nicht gibt) und überschüssigem Körperfett auch gleich mein ganzes Leben zu verlieren. Das ist zum Glück nicht passiert, aber die Angst wanderte immer mit. Diesmal bin ich gerüstet. Auch ansonsten bin ich gut ausgerüstet für mein Fastenwander-Abenteuer. Meine Packliste (der iPod Touch machte aus diesem Wort „Pickligste“, na Danke!) umfasst 35 Positionen und ist eventuell noch nicht vollständig. Da ich in diesem Jahr den Luxus eines Chauffeur-Services genießen darf, muss mich der Gepäckumfang aber nicht so belasten.
Ich bin gespannt, wie es mir morgen gehen wird. Der 2. und 3. Tag – erinnere ich mich – waren die härtesten, nachzulesen hier! Danach ging es bergauf und diesmal geht es danach in den Schwarzwald.

3 Gedanken zu „Fasten(wandern) Reloaded Tag 1: Es ist angerichtet!

  1. Gratuliere! Und dass Du bereits direkt nach Weihnachten beginnst und nicht Silvester/Neujahr abwartest – Hut ab! Ich finde es ganz klasse, dass Du das wieder machst! Und: Ist schon die Entscheidung bezüglich des iPods gefallen? 😉

  2. Hey,
    ja, ich bin eine ganz Harte! 😉 Was Du heute kannst besorgen… Hauptsächlich geht es mir mit dem frühen Fastenbeginn darum, bei Anreise in den Schwarzwald das Schlimmste schon überstanden zu haben. Beim letzten Mal war ich die ersten 4 Tage (Anreise = Abführen) so mit meinem Körper beschäftigt, dass die Entspannung ein wenig zu kurz kam. Jetzt möchte ich mit gutem Körpergefühl anreisen und noch mehr meinen Aufenthalt dort genießen! 🙂
    Meine Tendenz bezüglich medialer Anbindung an das WWW ist derzeit positiv. Den iPod nehme ich ganz sicher mit. Die Frage ist nur, ob ich zum komfortableren Bloggen auch meinen Rechner mitschleppen soll …

  3. Ich faste seit Jahren auch regelmäßig (ohne wandern), finde aber die Glauber- oder Bittersalzbrühe das ekligste überhaupt. Ob mit Zitrone oder ohne. Ich stehe ewig mit dem Glas in der Hand vor dem Waschbecken und arbeite an meiner Überwindung.
    Ost kommt es vor, dass das Zeugs einfach wieder rückwärts maschiert…
    Auchh mir geht es an Tag 2 und 3 nie besonders gut. Kalt, kopfgeschmerzt und schlappi. Aber danach geht es bergauf.
    Komm gut ins neue Jahr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Subscribe without commenting