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	<title>WORTdealer &#187; Zugfahren</title>
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	<description>&#34;Alles muss raus - und der Junge auch!&#34;</description>
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		<title>Sitzblockade im Zug.</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 21:54:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortdealer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Foto: Al Fed Die Deutsche Bahn bringt mich mal wieder in den Wahn. Ich bin wieder Zug gefahren, gestern, zur Frankfurter Buchmesse. Hinfahrt: Der Zug ist pünktlich &#8211; oho! &#8211; welch Freude. Ich habe eine Reservierung, denn sonst wäre ich nicht gefahren. Stuttgart-Frankfurt zu Buchmesse-Zeiten per Bahn ist besser MIT Reservierung, das weiß ich inzwischen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wortdealer.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/train_Al.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-418" title="train_Al" src="http://www.wortdealer.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/train_Al.jpg" alt="" width="260" height="400" /></a>Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/al-stan/" target="_blank">Al Fed</a></p>
<p>Die Deutsche Bahn bringt mich <a href="http://www.wortdealer.de/2009/12/15/die-deutsche-bahn-bringt-mich-in-den-wahn/" target="_self">mal wieder</a> in den Wahn.<br />
Ich bin wieder Zug gefahren, gestern, zur Frankfurter Buchmesse.</p>
<p><strong>Hinfahrt:</strong><br />
Der Zug ist pünktlich &#8211; oho! &#8211; welch Freude. Ich habe eine Reservierung, denn sonst wäre ich nicht gefahren. Stuttgart-Frankfurt zu Buchmesse-Zeiten per Bahn ist besser MIT Reservierung, das weiß ich inzwischen. Mit mehreren Mitfahrern schiebe ich mich durch Waggon 6 auf der Suche nach meinem Sitzplatz mit der Nummer 12 in einem Abteil. Ich bin kurz vor dem Ziel, da staut es sich. Leute, die in einem Abteil vor dem meinigen reserviert haben, finden dieses abgesperrt und vollgestellt mit einem Catering-Wagen und Müll vor.</p>
<p><span id="more-1964"></span>Das Gejammer der Geschäftsmänner ist groß und auch meine Erleichterung, denn mein Abteil ist erst das nächste. Nachdem sich die um ihre Sitzplätze Betrogenen auf die Suche nach einem Verantwortlichen oder der 1. Klasse machen, finde ich mich vor meinem vollbesetzten Abteil wieder und beanspruche meinen Sitzplatz Nummer 12. Von den Anwesenden lasse ich mir erklären, dass am Fenster, auf zwei reservierten Plätzen zwei wenig reservierte Reisende säßen, die aufgrund mangelnder Reservierungsbeschriftung der Meinung sind, ihre Plätze nicht räumen zu müssen. Auf meinem Platz sitzt ein rechtmäßig reservierter Herr, der eigentlich einen Platz weiter sitzen sollte. Auf seinem Platz sitzt ein Mann, dessen Platz von seinem Sitznachbarn blockiert wird, der wiederum den Platz der sich im Recht sehenden Frau reserviert hat. &#8220;Jetzt machen die schon IM Zug ihre Sitzblockaden!&#8221; entfährt es mir. Ein sehr eloquenter Herr, der sich &#8211; aufgrund der Blockade &#8211; ebenfalls seines Platzes beraubt sieht, macht seiner Empörung Luft und fordert einen sehr jungen Zugbegleiter auf, die Lage zu klären. Dieser verspricht, seine Chefin zur Lösung des Problems heranzuziehen. Wir sind alle echauffiert. Inwzischen macht der Herr, der auf meinem Platz sitzt, diesen freundlicherweise frei &#8211; obwohl er es auch verdient hätte, zu sitzen. Die beiden Herrschaften am Fenster fühlen sich immernoch im Recht. Sie seien durch den ganzen Zug gelaufen, um nicht-reservierte Plätze zu finden. Toll! Die vermeintliche Chefin kommt nicht, dafür ein anderer junger Angestellter der Bahn, der immerhin dafür sorgt, dass das Nachbarabteil leer geräumt wird. Die Demonstranten werden freundlich aufgefordert, in dieses umzuziehen. Die Dame regt sich auf und fragt, warum die neu hinzugekommenen Reservierer nicht dort drüben sitzen könnten. Der eloquente Herr &#8211; von dem wir später erfahren, dass er Rechtsanwalt und normalerweise friedfertiger Mediator sei &#8211; erläutert, dass es ihm keinesfalls ums Prinzip gehe, sondern in diesem Fall um den Einzelfall. Er wolle bitte SEINEN Platz, und ich kann ihn verstehen. Die Herrschaften ziehen also nach eindringlichen Worten des Zugbegleiters tatsächlich um und jeder sitzt auf seinem Platz. Die Ankunft in Frankfurt ist pünktlich.</p>
<p><strong>Rückfahrt:</strong><br />
Nach einer wenig erquicklichen Buchmesse sitze ich mit einer Kollegin am Frankfurter Bahnhof im Café. Zehn Minuten vor der angekündigten Abfahrt unseres Zuges verlassen wir selbiges um über die Anzeigentafel zu erfahren: Unser ICE fällt aus, dafür gibt es einen Ersatz-IC, der allerdings 40 Minuten Verspätung hat. Super! Der freundliche Herr vom Informationsschalter rät uns, schnell zu Gleis 8 zu rennen und in den Zug zu springen, um dann in Mannheim umzusteigen. Wir haben große Hoffnung, dass wir in Mannheim einen schnelleren Anschluss finden. Im Bord-Restaurant finden wir zwei Sitzplätze und trinken ein Radler. Nach einer knappen Stunde sind wir in Mannheim. Dort erfahren wir, dass der nächste Zug, den wir hätten nehmen können, 110 Minuten Verspätung hat. Es bleibt uns die Wahl, in unseren ursprünglichen Ersatz-ICE aus Frankfurt einzusteigen oder in den nächsten regulären Zug nach Stuttgart, der etwas zeitgleich eintrifft. Der nächste reguläre Zug ist schneller da als der verspätete, also nehmen wir diesen. Kess und kühn wie wir sind, setzen wir uns mit unseren 2.-Klasse-Tickets in die 1. Klasse. Eine Schaffnerin rät uns beim Einsteigen, bei ihrer Chefin &#8220;sehr lieb&#8221; zu fragen, ob das o.k. ist. Es kommt aber 10 Minuten vor Ankunft in Stuttgart keine aufgeschlossene Chefin zur Fahrkartenkontrolle, sondern  ein forscher junger Bahnangestellter. Wir sind so lieb, wie wir können, und er erlaubt uns schließlich mit grimmiger Mine AUSNAHMSWEISE, dort zu sitzen. Ich frage mich, welche Konsequenzen wir zu tragen gehabt hätten, wenn er gestern nicht so unglaublich großzügig und gutmütig drauf gewesen wäre&#8230;<br />
<em><br />
Und vielleicht hätten wir doch bei den Erdnüssen zugreifen sollen, die in der 1. Klasse kostenlos gereicht werden.</em></p>
<p>&copy;2012 <a href="http://www.wortdealer.de">WORTdealer</a>. All Rights Reserved.</p>.<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.wortdealer.de%2F2010%2F10%2F08%2Fsitzblockade-im-zug%2F&amp;title=Sitzblockade%20im%20Zug." id="wpa2a_2"><img src="http://www.wortdealer.de/wordpress/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Deutsche Bahn bringt mich in den Wahn …</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 20:25:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wortdealer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<category><![CDATA[München]]></category>
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		<description><![CDATA[Foto: Al Fed &#8230; das reimt sich furchtbar schlecht, aber eigentlich hätte es die Bahn noch schlechter verdient! Ich fahre etwa 3 Mal im Jahr Zug &#8211; wenn überhaupt. Aber IMMER, wenn ich fahre, habe ich Verspätung. So auch diesmal: Mein alljährlichen Adventsbesuch in München stand auf dem Programm. Der Zug sollte um 15:59 abfahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-418" title="train_Al" src="http://www.wortdealer.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/train_Al.jpg" alt="train_Al" width="325" height="500" />Foto: <a title="Al Fed" href="http://http://www.flickr.com/photos/al-stan/" target="_blank">Al Fed</a></p>
<p>&#8230; das reimt sich furchtbar schlecht, aber eigentlich hätte es die Bahn noch schlechter verdient!<br />
Ich fahre etwa 3 Mal im Jahr Zug &#8211; wenn überhaupt. Aber IMMER, wenn ich fahre, habe ich Verspätung. So auch diesmal: Mein alljährlichen Adventsbesuch in München stand auf dem Programm. Der Zug sollte um 15:59 abfahren und um 18:15 ankommen. Für 20 Uhr hatten wir Theaterkarten in den Kammerspielen: &#8220;Maß für Maß&#8221; von William Shakespeare in einer sehr modernen Inszenierung wurde gegeben.</p>
<p><span id="more-395"></span>Mehr als rechtzeitig erreichte ich per S-Bahn den Stuttgarter Hbf, wo ich sogleich die Abfahrtstafel studierte. Am Gleis stand noch kein Zug und aufgrund meiner einschlägigen Erfahrungen war ich natürlich alles andere als überrascht, als ich den Hinweis &#8220;Zug verspätet sich voraussichtlich um 35 Minuten&#8221; auf der Anzeige las. Super! Das war ja klar. Die erste von mehreren SMS mit korrigierter Ankunftszeit setzte ich gleich mal ab &#8230; Noch war ich einigermaßen gelassen, was auch daran lag, dass ich erfreulicherweise zum ersten Mal in meinem Leben ein 1.-Klasse-Ticket besaß, weil dieses im Sparpreis günstiger war als das 2.-Klasse-Normal-Ticket (2.-Klasse-Spar gab es nicht mehr). Dieses 1.-Klasse-Privileg erlaubte mir immerhin einen komfortablen Aufenthalt in der DB-Lounge &#8211; in Stuttgart ein nüchtern gehaltener Raum mit kleinen roten Ledersesselchen, Café- und Kaltgetränke-Bar, sowie einem ausgewählten Zeitungsangebot. Dort ließ ich mich also nieder, vertiefte mich in meine Lektüre und fror wenigstens nicht.<br />
Kurz vor 35-Minuten nach geplanter Abfahrt machte ich mich wieder auf den Weg um herauszufinden, ob es wohl bei den 35 Verspätungsminuten geblieben war oder nicht (ich war auf alles vorbereitet!). Aber &#8211; oh Wunder! &#8211; am Gleis stand schon mein Zug bereit. Die Waggons der 1. Wagenklasse warteten gleich vorne am Kopf des Kopfbahnhofes auf stolze Upper-Class-Fahrgäste wie mich. Ich kam mir sowas von &#8220;up&#8221; vor und schritt mit wichtiger Mine am ersten Waggon entlang (das war noch nicht meiner!), gespannt auf den Luxus und Pomp, der mir in der 1. Klasse geboten werden würde. Allerdings wunderte ich mich, dass an allen Türen Zettel mit dem Hinweis &#8220;Türstörung&#8221; hingen. Gut, dann eben weiter hinten einsteigen. Ich lief weiter bis ich feststellte, dass sich leider gar keine einzige Tür zu den 1.-Klasse-Waggons öffnen ließ. Schade eigentlich! So standen etwa 20 Stuttgarter 1.-Klasse-Passagiere &#8211; einschließlich mir &#8211; vor dem Zug bzw. im Zug zwischen zweiter und erster Klasse und wollten hinein gelassen werden. Die Informationen zur Situation, die man uns gab, bewegten sich zwischen Schweigen und &#8220;wir versuchen zu reparieren&#8221; &#8211; gerüchteweise. Wir warteten also wie Wochenendticket-Inhaber halb auf unserem Gepäck hockend im Gang auf Erlösung und sahen dabei gar nicht wie 1.-Klasse-Patienten (äh, Passagiere!) aus. Lautstark jammerten wir uns gegenseitig vor, dass das Ganze ja mal wieder typisch und unmöglich und die Informationspolitik der Bahn ja sowieso unter aller Sau sei, aber man sei ja auch gar nichts anderes gewohnt. Da fährt man einmal in 10 Jahren Bahn und dann sowas, und zwar passiert das IMMER, und man sollte doch besser das Auto nehmen und die Luft verpesten und das Klima braucht eh keiner, so eine Dreck!<br />
So schwollen unsere 35 verspäteten Minuten nach  genervter Warterei, begleitet von leidenschaftlichen Schimpftiraden und einer erneuten SMS nach München, auf 50 Verspätungsminuten an. An dieser Stelle nun entschieden die Verantwortlichen, dass sich die Türen der beiden Waggons wohl nicht mehr öffnen ließen und erlösten uns.  Alle Fahrgäste sollten aussteigen: &#8220;Der Zug endet hier!&#8221; Das hätten wir auch früher haben können.</p>
<p>Netterweise stand der nächste Zug in Richtung München bereits am übernächsten Gleis zur Abfahrt bereit, mit rekordverdächtigen popeligen 5 Minuten Verspätung. Der ganze (Um-)Zug war verständlicherweise völlig genervt und fragte sich, wie bitteschön alle Passagiere in dieses andere Transportvehikel passen sollen, das ja sicher auch nicht als unbemannte Raumsonde unterwegs war. Mit meinem 1.-Klasse-Vorteil konnte ich aber immerhin gleich vorne einsteigen und einen nicht reservierten Sitzplatz ergattern. Dieser befand sich zwar nicht im Großraumwagen, sondern in einem völlig überheizten Abteil (irgendwann habe ich mich getraut, den Mitreisenden, denen die Schweißperlen auch schon auf der Stirn standen, das Öffnen der Schiebetür vorzuschlagen), aber die Sitze und Armlehnen war schön komfortabel breit und man hatte doch irgendwie mehr Platz als sonst. Weitere Vorteile der 1. Klasse erschlossen sich mir allerdings nicht.<br />
Die 5 Minuten Verspätung des neuen Zuges (ja, er fuhr dann überraschenderweise tatsächlich irgendwann los) wuchsen sich während der Fahrt zu insgesamt 10 Minuten aus und ich kam letztendlich mit 1 Stunde und 10 Minuten Verspätung in München an, ziemlich genau 35 Minuten vor Beginn der Theatervorstellung. Diese erreichten wir dann gerade noch rechtzeitig.</p>
<p>Die Glückshormone des &#8220;Gerade-noch-geschafft&#8221; (gerade im Kontrast mit dem vorausgegangenen Dauer-Adrenalin-Stress-Pegel) gepaart mit der Wiedersehensfreude und der anschließenden Theaterunterhaltung (MIT Nacktszene!) ließen dann den Abend noch rundum gelungen werden. So gesehen gibt es doch eigentlich nichts Schöneres, als nach einer Verspätung doch noch rechtzeitig anzukommen.</p>
<p>Danke <strong>DB</strong>! Mein Leben wäre ohne Dich frei von Nervenkitzel und Glücksgefühlen!</p>
<p>Und jetzt bin ich wahnsinnig gespannt darauf, wie das mit der &#8220;Entschädigung&#8221; funktioniert. Nachdem ich das Online-Beschwerde-Formular der Bahn ausgefüllt und sogar einen Weg gefunden habe, es auszudrucken (Danke, Jörg!), werde ich jetzt mal testen, ob ich tatsächlich ein paar Euronen für die Unannehmlichkeiten erstattet bekomme, oder ob Türstörungen unter höhere Gewalt wie Tsunamis und Vulkanausbrüche fallen.</p>
<p>&copy;2012 <a href="http://www.wortdealer.de">WORTdealer</a>. All Rights Reserved.</p>.<p><a class="a2a_dd a2a_target addtoany_share_save" href="http://www.addtoany.com/share_save#url=http%3A%2F%2Fwww.wortdealer.de%2F2009%2F12%2F15%2Fdie-deutsche-bahn-bringt-mich-in-den-wahn%2F&amp;title=Die%20Deutsche%20Bahn%20bringt%20mich%20in%20den%20Wahn%20%E2%80%A6" id="wpa2a_4"><img src="http://www.wortdealer.de/wordpress/wp-content/plugins/add-to-any/share_save_171_16.png" width="171" height="16" alt="Share"/></a></p>]]></content:encoded>
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