Das alte Lied vom neuen Jahr

[von SIMONE]

Schwermütig blick‘ ich heut‘ zurück:
Hatte ich Pech? Oder auch Glück?
Was war denn schön und was war schlecht?
Machte ich’s gut? Machte ich’s recht?
Ich hab‘ verloren und gewonnen,
die Zeit ist einfach so zerronnen.
So schnell sind Tage und auch Wochen,
noch nie an mir vorbeigekrochen.

Zum neuen Jahr sind’s ein paar Stunden,
sind diese endlich überwunden,
geht über „Los“ es wieder los,
und ich frag‘ mich: Was will ich bloß?

Werde ich Sportler oder Denker?
Bausparer oder großer Schenker?
Bleib‘ dick ich oder werd‘ ich dünn?
Nehm‘ meine Laster weiter hin?
Möchte ich rauchen oder trinken?
In Öko-Bio-Food versinken?
Will ich mich kleiden mit Niveau?
Oder bleib‘ ich einfach so?
Werde ich grübelnd simmelieren,
oder den Frohsinn propagieren?
Was mach‘ ich gerne, was nie wieder?
Schreib‘ ich Gedichte oder Lieder?
Und werd‘ ich lernen oder lehren?
In welchen Kreisen wohl verkehren?
Wird mir ein großer Coup gelingen?
Was wird das neue Jahr mir bringen?

Wo krieg‘ ich (k)eine Antwort her?
In einem Jahr wissen wir mehr!

4 Gedanken zu „Das alte Lied vom neuen Jahr

  1. Oh Danke! Dabei beginne ich gerade erst damit, meine poetische Ader wiederzubeleben. Als Kind (etwa zwischen 8 und 11) war ich schon eine begnadete, allerdings von der Fachwelt noch wenig beachtete Dichterin.
    Hmmm, ich schätze, dass ich jetzt wieder bei Null anfangen muss.
    Dir auch ein gutes neues Jahr natörlich!
    Simone

  2. Das Gedicht gefällt mir auch!
    Sowohl inhaltlich als auch formal 😉
    Die Deutschlehrerin (eine meiner (vielen?) Rollen…)

  3. Deine „vielen Rollen“ haben mich zum neusten Blogeintrag inspiriert, weil mir gleich entsprechender Song eingefallen ist…

    Ich bin übrigens sehr beruhigt, dass mit meinem Gedicht „formal“ weitgehend alles in Ordnung ist. Gut, dass ich Dich als Deutschlehrerin habe! (Aber natürlich schätze ich Dich mindestens genauso in Deinen vielen [?] anderen Rollen, z.B. als …. aber ich will hier lieber nicht aus dem Nähkästchen plaudern. 😉

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