Auf dem öffentlichen Klo …

SSL11113Ich habe immer wieder einen Gedanken, der mich beschäftigt, wenn ich eine öffentliche Toilette besuche.  Vielleicht findet es mancher ziemlich unziemlich (!), darüber zu sprechen, zu schreiben oder sogar nur daran zu denken. Aber weil ich wirklich immer wieder darüber grüble,  möchte ich das hier ohne Rücksicht auf Verluste thematisieren. Für alle Zartbesaiteten (wobei ich mich sicher sehr „schicklich“ ausdrücken werden, ich schwör‘!) möchte ich sagen:

„Hören Sie an dieser Stelle ggf. bitte auf zu lesen, es könnte ein Tabu oder wenigstens der gute Geschmack verletzt werden!“

Ist noch jemand da?

Also, wenn man als Frau auf eine öffentliche Toilette geht, sind ja oft die Kabinen nach oben und unten offen. Das heißt, man ist gar nicht auf dem sprichwörtlich „stillen Örtchen“ sondern unter Umständen an einem ziemlich betriebsamen und lauten Ort. Türen schlagen, Schlösser klicken, Klospülungen rauschen, Handtücher rascheln, Schuhe quietschen, Wasserhähne werden geöffnet oder geschlossen, Nasen schneuzen sich, Mülleimer werden bedient, Lippenstifte klacken auf und zu, manchmal hört man auch das Zischen eines Deosprays. Das alles sind die unverfänglichen Geräusche, die man auf einer Damentoilette so hören kann. Aber es gibt natürlich auch die intimen „privaten“ Geräusche. An dieser Stelle rede ich mal besser nur von mir, weil ich ja nicht weiß, ob alle anderen das auch so empfinden … Also, wenn ICH auf die (öffentliche) Toilette gehe, und eine andere Frau besetzt die Kabine nebenan oder wäscht sich gerade die Hände, dann habe ich überhaupt kein Problem damit zu pinkeln. Es plätschert und pieselt in die Toilette und manchmal plätschert es sogar im Duett oder Trio. Alle pinkeln schön nebeneinander her und freuen sich. Beim Pieseln habe ich auch kein Problem damit, mich mit benachbarten Toilettennutzerinnen zu unterhalten – natürlich nur wenn ich sie kenne. Ich fange sicherlich kein nettes Gespräch mit einer Fremden an, so nach dem Motto: „Meine Güte, Sie haben aber einen Druck auf der Blase!“, klar. So ähnlich wie bei den Frauen stelle ich mir das auch beim kollektiven Männerpinkeln vor, obwohl Männer ja immerhin noch die Erschwernis haben, sich vor allzu neugierigen Blicken zwecks Längenvergleich (ist das wirklich so, liebe Männer?) schützen zu müssen. So weit so gut. Halten wir also fest: Geräusche beim Pinkeln sind kein Problem.

Aaaaaaaaaaaaaber, wenn es nicht ums Pinkeln geht sondern um das große Geschäft, da sieht die Lage schon anders aus. Wenn ich – um mal wieder nur von mir zu sprechen, da ich nur für mich selbst die Expertin bin – auf dem öffentlichen Klo bin und es eben nicht in der Blase drückt, sondern woanders, dann werde ich fast wahnsinnig, wenn noch andere Gäste den Lokus aufsuchen. Ich „kann“ einfach nicht, wenn ich befürchten muss, dass jemand das „Platsch“ oder den „Plopp“ hören könnte, wenn das Produkt meiner Defäkation in die Toilette plumpst. Von geräuschvollen Winden, die unbeabsichtigt abgehen könnten einmal ganz zu schweigen … Lieber riskiere ich einen Darmverschluss, als dass ich öffentlich – Ihr wisst schon…

Und jetzt frage ich mich zwei Dinge:

1. Warum macht es mir weniger aus, wenn die Harnblase in Anwesenheit von Zuhörern geräuschvoll entleert wird, als wenn dies beim Dickdarm geschieht?

2. Bin ich die einzige, die sich mit diesem Thema gedanklich auseinandersetzt?

Zu 2.: Ich habe hier etwas wahnsinnig Witziges gefunden: Den Kackblog! Ich lach‘ mich schlapp.  (Juchuuh, ich bin nicht allein, auch wenn ich mich nicht schwerpunktmäßig auf dieses Thema verlegen will.) Dieser Blog ist sicher allen zu empfehlen, die etwas Entkrampfung zum Thema Klogang nötig haben – einschließlich mir (und der Kackblog entkrampft mit Sicherheit auch die Lachmuskeln)!

Und hier noch ein zum Thema passender Ausschnitt aus Austin Powers (also ich finde es sehr komisch!): Austin Powers Bathroom Scene

2 Gedanken zu „Auf dem öffentlichen Klo …

  1. Tja, die öffentliche Toilette. Ich muss gestehen das ich deine Problematik bei grossen Geschäften nicht teile. Da brunze ich schon mal ungeniert los. Alles besser als mit Druck und Schweissausbrüchen weiter gehen. Übrigens waren früher die Latrinen wirklich so eine Art Begegnungsstätte und wurden zum Geschäfte machen benutzt. Da sass mensch gemütlich auf dem Abort und schacherte mit dem Nebenmenschen. Daher kommt übrigens die Bezeichnung grosses und kleines Geschäft.
    Gut, so intim muss ich es nun auch nicht haben. Auch WG`s mit ausgehängten Klotüren waren nicht meines. Aber nur von den Geräuschen her? Da ist es mir Banane.
    Übrigens geben das Aufplatschen der Ladung, hilft es 2 Blatt Klopapier vor absetzen in die Schüssel zu legen. Das dämpft den Fall. Was die anderen Geräusche betrifft, vielleicht singen?
    Alles Liebe Karin

  2. Es gibt doch im Internet nichts, was es nicht gibt. Und deshalb gibt es auch den Kackblog. Es freut uns, dass Du Dich mit uns amüsiert hast. 🙂

    In einigen asiatischen Ländern verwenden die weiblichen Klobesucher oft eine sogenannte Geräuschprinzessin. Diese Geräte, die auf Knopfdruck Vogelzwitschern, Wasserplätschern oder andere kurzweilige Klänge von sich geben, sollen genau jene Geräusche übertönen, die Dich auch stören. Dabei hat die Erfindung der Geräuschprinzessin eigentlich den Hintergrund des Wassersparens, weil die Damen gerne während des kompletten Geschäfts die Spülung betätigten und der Wasserverbrauch immens hoch war. Mittlerweile sind in öffentlichen Toiletten der Damen sehr häufig diese kleinen Geräte fest installiert. Aber natürlich gibt die Geräte auch in der mobilen Version.
    http://kackblog.net/die-geraeuschprinzessin
    http://kackblog.net/klogeraeusche-auch-unterwegs-uebertoenen

    Meine Mitbloggerin beschäftigte sich mal mit den Klogeräusche in der Bauphysik. Auch sehr interessant.
    http://kackblog.net/klogeraeusche-in-der-bauphysik

    Un warum müssen wir auf’s Klo, wenn es plätschert? Da gibt es zwei mögliche Ansätze.
    http://kackblog.net/warum-muss-man-aufs-klo-wenn-es-plaetschert

    Und ist Dir auf öffentlichen Toiletten – vor allem in Bahnhofsnähe – schonmal aufgefallen, dass dort bläuliches Licht eingesetzt wird? Das hat keinen künstlerischen Ansatz, sondern soll Drogenkonsum verhindern, weil die Fixer ihre Venen in diesem Licht nicht sehen.

    Vielleicht ist es bei Dir aber auch eine Phobie. Davon gibt es unzählige und ich habe vor einiger Zeit mal zusammengefasst, welche Phobien beim Toilettengang ausgelöst werden könnten.
    http://kackblog.net/moegliche-phobien-beim-gang-zur-toilette

    Und zu guter Letzt möchte ich noch erwähnt haben, dass man Gerüche (oder besser Gestänke?) auch messen kann. Die Einheit dazu heißt Olf (on lateinisch olfacere = riechen). Ein durchschnittlicher Mensch mit einer Hautoberfläche von 1,8 qm, der 0,7 Bäder am Tag nimmt, riecht beim Sitzen mit der Intensität von 1 Olf. Ein Sportler hat direkt nach der sportlichen Betätigung etwa 30 Olf. Ein starker Raucher ca. 25 Olf.

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