„Darf man schlimme Wörter nach dem Fasten benutzen?“

Da ich – das entnehme ich den Suchanfragen – offenbar völlig ungerechtfertigterweise die Expertin zum Thema Fastenbrechen bin, ist es nicht verwunderlich, dass hin und wieder aufgrund seltsamer Suchwort-Kombinationen Leute mit seltsamen Suchanfragen bei mir landen.

Hier eine besonders kuriose Frage von heute: „Darf man schlimme Wörter nach dem Fasten benutzen?“

Meine Antwort hierauf lautet:

„Was ist das denn für eine Kackfrage? What the fuck … Mann, Scheiße, ja! Das sollte man sogar unbedingt tun, Kruzifix noch einmal! Du hast tagelang, wenn nicht wochenlang gefastet und dann musst Du doch – verdammt noch mal – nicht nur alle stinkenden Ausscheidungen und Schlacken rauslassen, sondern auch den Arsch in der Hose haben, alle beschissenen Gedanken und Dreckswörter, die sich so über diese gesamte verfluchte Zeit aufgestaut haben, endlich einmal auszukotzen! Scheißegal, was die anderen denken. Fuck it!“

Hello Du rosa Lillifee-Kitty.

Wir erleben gerade, dass es unmöglich ist, Kinder von Statussymbolen und Marken fern zu halten. Wir erleben dies etwas 10 Jahre früher, als wir damit gerechnet haben. Das Kind ist 3,5 Jahre alt!

Das Kind will Lillifee!
Das Kind will Hello Kitty!
Das Kind will ein Kindergarten-Freundebuch in Rosa, von Lillifee – natürlich!
Das Kind will Pink und Lila!

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Fette Beute.

Gestern Abend ging ich nach aufwühlendem, sehr empfehlenswertem DVD-Erlebnis (Der Knochenmann mit Josef Hader) bereits um 23 Uhr ins Bett, um ein paar Stunden Schlaf „reinzuschlafen“. Ich schaltete nach dem Abstecher ins Bad das Licht im Schlafzimmer ein und sah unseren Kater Paul, der lauernd und etwas unentspannt hinter dem Bett auf dem Boden kauerte. „Was suchst Du denn da?“ dachte ich mir – vielleicht sagte ich es auch – und war innerlich schon darauf vorbereitet, unter dem Bett ein wehrloses, kampfunfähiges oder gar schon totes Spitzmäuselein zu finden. Kater essen nämlich keine Spitzmäuse sondern töten sie höchstens zum Zeitvertreib. Entschlossen ging ich also die letzten drei Schritte um das Bett herum, um herauszufinden, was die Aufmerksamkeit meines Katers so gefangen nahm. Vielleicht war es ja auch nur ein Insekt? Mein Blick fiel also auf die Stelle, die auch Paul anstarrte und ich schrie: „Jörg! Oh mein Gott!“ Jörg von unten: „Was denn?“ Ich: „Oh mein Gott! Paul! Warst Du das? Jörg komm‘ her!“ Jörg dachte verständlicherweise, es sei etwas sehr schlimmes passiert.
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Wörter mit „nn“ in der Mitte

Nach Wörtern mit „nn“ in der Mitte hat zwar keiner gefragt, aber man kann ja auch mal ungefragt eine Liste schreiben. Denn:

Spannende Männer können binnen kurzer Spannen mit volle Kanne donnernden Minnegesängen von Zinnen finnische Nonnen für sich gewinnen.

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Das Kind und der Kaugummi.

Foto: Wikipedia/Stefan Flöper

Mit dem Kind U-Bahn fahren ist nicht weniger spannend geworden als noch vor ein paar Monaten. Hier gab es beim Warten auf die Bahn fast eine Zigarette für das Kind und hier erzählte das Kind freimütig von Papas Genitalien und Mamas Körperbehaarung. Alles sehr erheiternd – in Teilen.

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Artikel in der Nido: Früher war ich schön.

Cover: Nido, Gruner und Jahr

Ich lese seit neustem Nido, eine neue Elternzeitschrift, die nicht primär das Kindswohl, sondern das Wohl der Eltern in den Mittelpunkt stellt. Damit hebt sich das Format erfreulich ab vom ansonsten erhältlichen Eltern-Zeitschriften-Quatsch mit Rezepten für die besten Gemüsebreie und Ideen für die tollsten Kindergeburtstage. Ich lese diese Zeitschrift wirklich gerne und überlege mir sogar, ob ich Abonnentin werden soll.
Nichtsdestotrotz habe ich in der aktuellen Ausgabe (9-2010) einen Artikel gelesen, der mich ein wenig irritiert:

Früher war ich schön

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Was denkt der Fussel unterm Sofa?

Der Fussel unterm Sofa verkuschelt und verkrümelt sich am liebsten mit den anderen Fusseln und Krümeln, so dass eine fluffige Krümelfusselschicht entsteht: der Nebel der Fussel, die Galaxie des Staubes, die wogende, wabernde Steppe der Krümel. Hin und wieder schießt ein Puzzelteil zu den Fusseln unter dem Sofa. Oder ein Legostein. Oder ein Matchboxauto. Oder eine Erdnuss. Dann erschrickt der Fussel und wird ganz dusselig, weil die kuschelige Fusselschicht aufgewirbelt wird und der Staub, der Nebel des Fussel-Fußbodens, für einen kurzen Moment gestört, fast zerstört ist. Meistens passiert dann lange gar nichts mehr, aber manchmal kommt dieses Ding mit dem langen roten Stiel und den porösen, weichen, klebrigen, bedrohlich-saugen-wollenden Schaumstoff-Mulden. Ein elektrostatischer, hochtechnisierter, teleskopischer, ausfahrbarer, Mega-Besen. Der Fussel weiß, er will nicht mich, der Besen, er will nur das Puzzelteil, den Legostein, das Matchboxauto oder die Erdnuss. Und doch gibt es immer Fussel, die mit hinaus müssen in die sterile Fremde, die Welt ohne Staub und Krümel, Richtung blitzeblankem Boden, der von unter dem Sofa aber kaum zu erkennen ist. Und keiner der Fussel weiß, was danach kommt. Und wüssten sie es, würden Sie alle „Hier!“ schreien und sich recken und strecken und sich an die Puzzelteile und Legosteine und Matchboxautos und Erdnüsse klammern und hinaus wollen, zur letzten Ruhestatt, zum Fusselparadies:  in den Mülleimer, wo sie werden was sie waren, Krümel zu Krümel, Staub zu Staub.