Der Junge haut jetzt – endlich!

Mal wieder bewahrheitet sich das Sprichwort: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben!

Gerade eben habe ich noch die Gewaltfreiheit meiner Kinder gelobt, und schon geht alles den Bach runter. Ich brauche mir wohl doch keine Sorgen darüber zu machen, dass der Junge verweichlicht und durch zu viel weibliches pädagogisches Personal in der Kita verzärtelt wird. Er hat jetzt nämlich gelernt, wie man sich wehrt, und das hat er auch bitter nötig, denn seine Schwester, das Kind, kennt keine Gnade…

Der Junge ist jetzt 20 Monate alt und fast kein Baby mehr, das führt dazu, dass seiner Schwester so langsam die Beißhemmung abhanden kommt. Ich finde ja, dass der Junge immer noch aus purem Kindchenschema besteht und einfach nur zum Knuddeln ist, aber bei mir verfangen die Pausbacken und die speckigen Knie wahrscheinlich mehr als bei seiner Schwester.

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Sorry und die Frage nach der Gewaltförderung

Entschuldige, lieber Blog, du wirst nicht gehegt und nicht gepflegt und keiner kümmert sich um Dich. Jetzt sind außerdem noch Ferien und der Traffic hier, in den weiten des WWW lässt spürbar nach. Ich sehe schon, Du vereinsamst! Und ich, Deine Mutter, kümmere mich nicht um Dich. Das ist verwerflich und ich muss sagen: Ja, ich vermisse Dich auch. Brachtest Du mir doch bisher so manch eine schöne Stunde am Abend, die mich beim Schreiben mit Kurzweil erfüllte. Und nun? Verwahrlosung, Einöde, Tristesse … Ich bin untröstlich, kann Dich aber nicht trösten, denn ob hier wieder Leben einkehrt, ist schwer vorherzusehen. Ich versuche, meinen Fingern ein kurzes und müdes Update zu entlocken in der Hoffnung, dass dieser Tropfen auf den heißen Stein Dich ein wenig berührt, aufmuntert und nährt bis zum nächsten Wolkenbruch, auf den wir doch beide so sehr warten.

7.8.2013

Der Junge wurde in der Kita gebissen beim Kampf um das Bobbycar. Wie wir hören, hat er sich zwar nicht ergeben – aber gewehrt hat er sich auch nicht. Bei dem Kind war ich immer froh und stolz, wenn ich sagen konnte: „Sie schlägt NIE! Sie argumentiert!“ Bei dem Jungen ist das anders. Erstens fehlen ihm die Worte und ich habe keine Ahnung, wann er zu sprechen beginnen wird. Die große Schwester sagte mit 19 Monaten bereits fließend „Äppete“ (Erdbeere), „Lappen“ (Achtung, ich habe etwas verschüttet!) und „Apfel“ (Apfel). Der Junge sagt nur „(h)eiß“, wobei ich nicht sicher bin, ob er das „h“ auch wirklich ausspricht. Halbwegs sicher bin ich mir nur, das „(h)eiß“ sein bisher einziges echtes Wort ist, das er sehr flexibel einsetzt. In unterschiedlichen Kontexten kann es bedeuten:

  • Eis (das bedeutet es in 9 von 10 Fällen, dabei steht er vor dem Gefrierfach unserer Kühl-/Gefrierkombi und macht eindeutige Zeigebewegungen mit dem Finger in Richtung der Schublade, in der er das Eis weiß)
  • Essen im Allgemeinen (egal, welche Temperatur es hat)
  • Essen im Speziellen (wenn es heiß ist)
  • heiß (selten auch außerhalb des Mahlzeiten-Kontexts, z.B. heißer Herd – wobei da ja meistens auch Essen drin steht… Hm, sollte ich mir Sorgen über eine mögliche Fixierung aufs Essen mache?)

Der Junge sagt nicht „Mama“ und nicht „Papa“. Er sagt „Gecka“, das bedeutet Schwester. Und er sagt „Gai“, das ist der Ball. Alles andere ist meistens „Gaga“.

Es fehlen ihm also noch die verbalen Ausdrucksmöglichkeiten, um sich im Wettkampf um Bobbycars und andere Spielzeuge mit 4 Rädern zur Wehr zu setzen. Aber zurückgehauen oder gar gebissen hat er auch nicht. Ist das jetzt gut oder schlecht? Inzwischen geht man ja davon aus, dass bei uns die Jungs die Leidtragenden in unserer überwiegend von weiblichen pädagogischen Fachkräften besiedelten Erziehungslandschaft sind. Es gibt ganze Bücher, die sich damit beschäftigen, dass Jungen mehr männliche Identifikationsfiguren brauchen und ihnen auch ein männliches Verhaltensrepertoire im Konfliktfall zugestanden werden sollte. Jungs brauchen Raum zum Toben, Schwertkämpfen, Ringen und Raufen. Jetzt frage ich mich, ob es gut war, dass er sich nicht gewehrt hat, oder ob das jetzt schon ein Symptom der Unterdrückung seiner körperlichen Ausdrucksweise ist, weil die einfühlsamen weiblichen Erzieherinnen ihm eingebläut haben und jeden Tag mit verheerenden Folgen für den Jungen vorleben, dass man nicht haut. Andererseits hat sein Kontrahent ja genau die gleichen Erzieherinnen. Ich bin ratlos, entschließe mich aber vorerst dazu, mich mit der Friedfertigkeit des Jungen abzufinden. Peace!

10 Dinge, an denen Du merkst, dass Kinderkriegen doch keine so gute Idee war

  1. Dein Leben besteht nur noch aus Arbeit, Kindern und Trash-TV.
  2. Du gehst nicht mehr aus, und wenn doch, dann wirst Du das ganze Wochenende daran erinnert, dass das nicht mehr zu Deinem Lifestyle passt.
  3. Du überlegst Dir, Dich bei Facebook abzumelden, weil die Statusmeldungen Deiner kinderlosen Facebook-Freunde über ihre Freizeitgestaltung in Dir Gewaltfantasien wecken und Du die süßen Kinderbilder der anderen nicht mehr sehen kannst.
  4. Das letzte Buch, das Du angefangen hast zu lesen, handelt von einer Frau, die ihre Familie verlässt.
  5. An das letzte Buch, das Du zu Ende gelesen hast, kannst Du Dich nicht mehr erinnern.
  6. Du hast nur noch eine vage Vorstellung davon, was die Begriffe „Hobby“ oder „Freizeit“ eigentlich bedeuten.
  7. Du fragst Dich schon morgens um halb 8, wann die Kinder endlich ins Bett gehen.
  8. Wenn die Kinder im Bett sind, beginnen die schönsten 1,5 Stunden des Tages, dann musst Du auch schlafen.
  9. Berichte von anderen, denen es noch schlechter geht, heitern Dich auch nicht mehr auf.
  10. Dir fällt nix mehr ein, womit Du diese Liste relativieren könntest, außer das hier.

Schweinerei – das Kind ist aufgeklärt.

Das Kind ist sechs Jahre alt, kommt dieses Jahr in die Schule und weiß schon eine ganze Menge. Z.B. auch, wie die Babys gemacht werden – die Tierbabys und die Menschenbabys. Ich hatte mich irgendwann dazu entschlossen, dem Kind diesen doch ziemlich elementaren Bestandteil des „Circle of Life“ (letztens lief König der Löwen!!) zu vermitteln, bevor es alles Mögliche peinlich findet oder kurz vor dem ersten eigenen Geschlechtsverkehr steht. Hat auch gut geklappt.

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Auch andere Kinder haben Adventskalender.

Ich bin beruhigt! Offenbar bin ich nicht die einzige Mutter, die seltsame Adventskalender-Marotten bei ihrem Kind beobachtet. Meine Freundin Bärbel berichtet mir nach der Lektüre des letzten Blog-Beitrags, dass ihr Sohn nicht weniger absonderliche Riten pflegt.

Er sammelt nicht den Inhalt des Adventskalenders, nein, den isst er schon sofort auf… Dafür hebt er aber die Papierchen der Süßigkeiten auf und archiviert sie fein säuberlich. Das sieht dann ungefähr so aus:

Danke, Bärbel, für das schöne Bildmaterial!

Das Kind und der Adventskalender.

Das Kind hat in diesem Jahr 7 Adventskalender:

  • Den großen Heißluftballon-Kalender mit den Filzsäckchen.
  • Einen Schoko-Adventskalender.
  • Einen Bildchen-Adventskalender von Glückssachen.
  • Einen Leo Lausemaus Mini-Buch Adventskalender.
  • Einen Adventskalender, der in das Cover des Müller-Dorgeriemarkt-Prospekts integriert ist.
  • Einen in der KiTa selbstgemalten Adventskalender.
  • Einen für den Jungen selbst gebastelten Adventskalender (den das Kind stellvertretend für den Jungen öffnet).

Nun regt sich in mir die leise Befürchtung, dass das vielleicht zu viel sein könnte. Ich verfolge den Türchenstatus nicht so richtig, aber schon seit ein paar Tagen werden mir die Mini-Bücher aus dem Leo-Lausemaus-Kalender nicht mehr zum Lesen vorgelegt. Der Schoko-Kalender wird – wenn ich es richtig mitbekomme – immerhin regelmäßig geöffnet und die Schokolade darin sofort verzehrt, so wie es sich gehört. Was mit den Bildchen-Kalendern passiert, weiß ich nicht. Und der Säckchen-Kalender? Nun ja, das ist so eine Sache. Ich habe etwa 5-6 verschiedene Arten an Süßigkeiten, die ich mit schöner Abwechslung in die Säckchen fülle. Manchmal ist auch etwas Besonderes dabei (ein Knisterbad oder ein Lippenstif-Lutscher). Das Problem ist: Das Kind hortet den Inhalt des Adventskalenders, statt sich damit die lange Wartezeit bis Weihnachten zu versüßen, was ja eigentlich das Prinzip eines Adventskalenders ist. Stattdessen landet der Inhalt mit schöner Regelmäßigkeit in einer riesigen Tupperschüssel.

Und weil er da landet, und somit immer sichtbar ist, wird das Kind zunehmend unzufrieden mit der Auswahl der Süßigkeiten: „Da ist immer das Gleiche drin!“ heißt es dann mit vorwurfsvoller Mine. Ich erkläre dem Kind: “ Wenn Du die Sachen nicht isst, so wie jedes normale Kind, dann musst Du Dich nicht wundern! Andere Kinder freuen sich jeden Tag, dass sie etwas Süßes bekommen und Du kannst Dich gar nicht mehr freuen, weil Du so viel hast und es nie isst.“ Das Kind entgegnet mir: „Ich will halt etwas sparen, damit ich bei meinem nächsten Geburtstag meinen Freundinnen etwas abgeben kann.“ Ich (entsetzt): „Dein nächster Geburtstag ist im nächsten November!!“

Irgendwie bin ich ja auch stolz, dass das Kind in seinen jungen Jahren bereits so sparsam und reflektiert ist und hingebungsvoll an ihre Freundinnen am nächsten Kindergeburtstag denkt – wahrscheinlich weil ihre Mutter bei Festivitäten immer zu wenig Süßigkeiten bereitstellt. Andererseits finde ich es aber auch beunruhigend, wenn ein Kind die Süßigkeiten, die es bekommt, nicht isst, sondern hortet. Das ist doch nicht normal, oder? Haben wir dem Kind vielleicht zu wenig Urvertrauen mitgegeben und es fürchtet, dass eine Hungersnot ausbrechen könnte, der man nur mit Hochkalorischem begegnen kann?

Ich weiß es nicht… Wenn ich in die Plastikschüssel schaue, wird mir schlecht und ich denke mir „Mein Gott, wer gibt denn seinem Kind so viele Süßigkeiten?“ Aber ich schwöre: Das sind die Nikolaus- und Advents-Süßigkeiten der letzten 4 Wochen!! Alle unangetastet und von dem Kind konservativ in Tupper angelegt als Kapital für bevorstehende Notzeiten oder vielleicht einfach nur, weil Besitzen so viel schöner ist als Konsumieren.

Das Kind und der Kindergeburtstag: Die Party ist gelaufen.

So – schön war’s! – – – – – Zuerst.

Alles lief wie geschmiert, die Mädels kamen pünktlich, verzogen sich nach der Bescherung gackernd in das Kinderzimmer und wir warteten noch ein halbes Stündchen, bis wir mit dem Kuchenessen begannen.

Mit der Sitzordnung gab es vorerst keine Probleme. Romy war zum Glück nicht traurig darüber, dass sie nicht neben dem Kind sitzen durfte und überhaupt zeichnete sich das Verhalten der Mädchen anfangs durch außerordentliche Vernunft aus. Das konnte doch unmöglich so bleiben!?

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